Politischer Rahmen

Die Forschungszusammenarbeit mit Partnern in Subsahara-Afrika wird im Wesentlichen durch die Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung (2017), die Afrikastrategie des BMBF 2014-2018 und die gemeinsame Afrika-EU-Strategie, geleitet.

Weltkarte mit Markierung auf Subsahara-Afrika

Regierungsabkommen zur wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit, wie z. B. mit der Republik Südafrika (seit 1996) stärken die existierenden Verbindungen. Gemeinsam mit den deutschen Bildungs-, Forschungs- und Mittlerorganisationen (z. B. DFG, DAAD, FhG, MPG, HGF u.v.m.) wurden seither die Kooperation mit Staaten Subsahara-Afrikas vorangetrieben. Die seit 2005 bis heute um das fast Fünffache gestiegenen afrikaspezifischen Ausgaben des BMBF sowie der Organisationen für Kooperationen in Bildung und Forschung unterstreichen den Stellenwert der Kontinent übergreifenden Zusammenarbeit. Der DLR Projektträger ist in diesen Prozessen ein enger Partner des BMBF. Er unterstützt mit dem Internationalen Büro Maßnahmen zur Sondierung, Anbahnung sowie der Umsetzung bi- und multilateraler, internationaler Kooperationen auf verschiedenen Feldern von Bildung und Forschung.

Laufende Kooperationen sind Teil eines größeren Strategieprozesses, zum einen zwischen Europa und Afrika, zum anderen aber auch bilateral zwischen Deutschland und afrikanischen Partnerstaaten (z.B. mit Südafrika).

Gemeinsame Afrika-EU-Strategie

Die „Gemeinsame Afrika-EU-Strategie“ (Joint Africa-Europe Strategy; JAES) zwischen Europa und dem afrikanischen Kontinent zielt u.a. auf die Verbesserung und Intensivierung der Zusammenarbeit auf den Gebieten Wissenschaft, Technologie und Innovation ab. Zur Umsetzung der Strategie wurden seither drei Aktionspläne aufgelegt (Laufzeiten 2008-2010, 2011-2013, 2014-2017). Zudem wird der Strategieprozess durch ein Dialogforum zur Forschungs- und Entwicklungs- (FuE) Politik auf der Ebene höherer Entscheider beider Kontinente begleitet: der sogenannte High Level Policy Dialogue – HLPD. Dieses Dialogforum wird durch ein virtuelles Büro, das HLPD Bureau, unterstützt, dem die Kommissionen der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union (AU) sowie die Staaten Ägypten, Algerien, Nigeria, Südafrika, Süd-Sudan, Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal vorsitzen. Dem Büro wiederum wird durch von der Europäischen Kommission geförderten Policy-Support-Projekten wie z. B. RINEA (oder auch dem 2017 ausgelaufenen Projekt CAAST-Net Plus) zugearbeitet. Sie liefern Analysen, begleiten den Strategieprozess durch Unterstützung von Facharbeitsgruppen, Beiträgen zu Strategiedokumenten oder der Entwicklung von Instrumenten zum Monitoring und der Evaluierung der Strategieimplementierung. Sie tragen damit positiv zur Weiterentwicklung des Dialogs bei. Der DLR Projektträger ist in diesen Projekten maßgeblich beteiligt und unterstützt das BMBF darüber hinaus in seiner aktiven Rolle als Vertreter Deutschlands im HLPD Bureau. Die Sitzungsvor- und Nachbereitung wird gemeinsam mit dem BMBF, die Sitzungen teils auch stellvertretend für das Ministerium wahrgenommen. Dadurch hat der DLR Projektträger einen zentralen Einblick in laufende Strategieprozesse und kann basierend auf seiner Regionalexpertise im Sinne des BMBF beratend an den Prozessen mitwirken.

Um die gemeinsame Strategie mit Leben zu füllen, hatte sich der HLPD 2016 als erstes Schwerpunktthema für gemeinsame Maßnahmen auf den Bereich „Food and Nutrition Security and Sustainable Agriculture (FNSSA)“ verständigt. Hier gibt es bereits erfolgreiche Umsetzungsprojekte. Eine weitere Roadmap zu Klimawandel und Nachhaltiger Energie (Climate Change and Sustainable Energy (CCSE) wurde im Oktober 2017 durch den HLPD angenommen und muss nun durch gezielte Maßnahmen implementiert werden . Bei beiden Prozessen ist der DLR Projektträger (siehe auch RINEA) stark engagiert und stellt damit ein Bindeglied zu weiteren auf dem Gebiet tätigen Organisationen dar.

Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung

Mit der Strategie zur Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung legt die Bundesregierung die Grundlage für eine stärker vernetzte internationale Zusammenarbeit. Globale Herausforderungen, wie der Klimawandel, eine nachhaltige Energieversorgung, die Ernährungssicherheit oder Migration, machen nicht an Landesgrenzen halt - Lösungen können nur gemeinsam in grenzüberschreitender Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung erarbeitet werden. Eines von fünf Zielen der Strategie ist, die globale Wissensgesellschaft in Partnerschaft mit Schwellen- und Entwicklungsländern gemeinsam zu gestalten. Viele dieser Länder werden zu neuen bzw. immer wichtigeren Partnern in der Zusammenarbeit. Bildung, Forschung und Innovation haben positiven Einfluss auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung und tragen damit auch zu Frieden und Stabilität in diesen Ländern bei. Die Intensivierung der Zusammenarbeit hat das Ziel, den Zugang zu Wissen, Forschenden und Partnern vor Ort oder digital zu ermöglichen und zu erleichtern. In der praktischen Umsetzung wird hierbei auf bewährte Instrumente und Programme der internationalen Zusammenarbeit aufgebaut. Deutschland ist als zuverlässiger Partner in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern hoch anerkannt.

Die Afrikastrategie des BMBF

Die strategische Ausrichtung der nationalen Kooperation in Bildung und Forschung mit den Ländern Afrikas ist in der Afrikastrategie des BMBF 2014-2018 zusammengefasst, die die Grundlagen der Kooperationen sowie insgesamt dreißig Kooperationsmaßnahmen in den Bereichen Bildung und Forschung darlegt. Hiermit wird Deutschland in Afrika als zentraler Partner in Bildung und Forschung sichtbar gemacht. Der DLR Projektträger ist Ansprechpartner und zugleich Umsetzungsorganisation für etliche dieser Maßnahmen und nimmt damit eine zentrale Rolle in der Implementierung der politischen Strategiesetzung ein. Die Afrikastrategie des BMBF wurde durch Bundesforschungsministerin Johanna Wanka im Juni 2014 im Rahmen einer Veranstaltung, die durch den DLR Projektträger organisiert wurde, einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Afrikastrategie wurde 2017 positiv evaluiert.